Natur- und Wildgärten sowie Nutz- und Bauerngärten sind im Kommen

Gartenbesitzer werden jünger und ändern ihre Wünsche

Unter jungen Leuten wächst die Hinwendung zum eigenen Garten. Zu diesem Ergebnis kommt das diesjährige Stihl Garten-Barometer, eine repräsentative Umfrage unter 1000 Gartenbesitzern zwischen 20 und 70 Jahren in Deutschland. 70 Prozent der 20- bis 29-Jährigen geben an, in den letzten Jahren mehr Zeit im Garten verbracht zu haben als früher. Bei den 30- bis 39-Jährigen gilt das für 60 Prozent, bei den über 40-Jährigen für rund 45 Prozent.
Stihl Gartengestaltung
86 Prozent der befragten Gartenbesitzer bauen in ihrem Garten Obst oder Gemüse für den eigenen Verzehr an. Foto: Stihl

Die Motive dafür sind vielfältig: 77 Prozent der Befragten finden in ihrem Garten einen "Ort der Entspannung und Ruhe" und 63 Prozent einen "Ort für das Zusammensein mit Freunden und/oder der Familie". Rund 59 Prozent – Mehrfachnennungen waren möglich – verbringen dort "Zeit in der Natur und mit Gärtnern" und 41 Prozent nutzen ihren Garten, um "selbst kreativ zu werden und eigene Projekte umzusetzen".

Trend: Obst oder Gemüse für eigenen Verzehr

Dabei hat sich die Gartennutzung in Deutschland gewandelt. 86 Prozent der Befragten bauen in ihrem Garten Obst oder Gemüse für den eigenen Verzehr an. Dabei am häufigsten vertreten: Gemüse sowie Küchen- und Gewürzkräuter, die jeweils von knapp 60 Prozent angepflanzt und geerntet werden. Auf den Plätzen drei und vier liegen Obstbäume und Beerensträucher (jeweils 54 %). Bei den Neuanschaffungen entschieden sich rund zwei Drittel (66 %) für eine oder mehrere Blühpflanzen, 56 Prozent für Kräuter und/oder Gemüsepflanzen und 33 Prozent kauften Sträucher oder Heckenpflanzen.

Eine "Wunschliste" gibt Aufschluss darüber, an welchen Projekten das Herz der Gartenbesitzer hängt: Wenn "Geld keine Rolle spielen würde", entschieden sich über 38 Prozent der Befragten für einen Swimming-Pool und annähernd gleich viele (38 %) für ein Gewächshaus. Gut 34 Prozent hätten im Garten gerne einen Teich oder Brunnen. Weitere begehrte Posten auf der Wunschliste: ein Beet für Kräuter und Gemüse (33 %), eine große Terrasse sowie ein Gartenhäuschen (beide 32 %). Wellness-Sehnsüchte und gartenbauliche Ambitionen halten sich also in etwa die Waage. Nur bei den Jüngeren bis 39 Jahre dominiert eindeutig die Lust auf Badespaß: Über die Hälfte von ihnen (53 %) wünscht sich einen eigenen Pool.

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86 Prozent der Befragten bauen in ihrem Garten Obst oder Gemüse für den eigenen Verzehr an. Foto: Stihl

50,1 Prozent verzichten bei Hitze auf Rasenbewässerung

Bei steigenden Temperaturen und so viel Lust auf Wasser stellt sich unvermeidlich die Frage nach dessen Verfügbarkeit – und seiner konkreten Nutzung im Garten: 87 Prozent der befragten Gartenbesitzer sagen, die Trockenheit der letzten Jahre habe Auswirkungen auf ihren Garten gehabt. Bei mehr als jedem Dritten (35 %) waren diese "stark" oder "sehr stark". Nur 13 Prozent verspürten entsprechende Auswirkungen "sehr wenig" oder "gar nicht".

Eine Mehrheit von 62,9 Prozent der Befragten hat im vergangenen Sommer Beet-Pflanzen, Büsche oder Bäume "einmal in der Woche oder häufiger" bewässert. 15 Prozent taten das nur "etwa alle zwei Wochen". Nur 10,4 Prozent der Gartenbesitzer verzichteten trotz Hitze auf jegliches Gießen. Ganz anders das Bild bei der Rasenpflege: 50,1 Prozent der Gartenbesitzer mit entsprechenden Flächen haben ihren Rasen gar nicht bewässert. Das Ergebnis zeigte sich dann vielfach in Form gelbbrauner Rasenflächen. Jeder Vierte (25,5 %) bewässerte seinen Rasen dagegen "einmal in der Woche oder häufiger". Und 13,7 Prozent gönnten ihrem – idealerweise grünen – Naturteppich zumindest alle zwei Wochen Wasser. Weitere 10,7 Prozent probierten, mit zwei bis drei Rasen-Gießaktionen über den Sommer zu kommen.

Daraus ergibt sich die Frage, ob Deutschlands Gartenbesitzer das Thema Trockenheit bereits bei der Auswahl neuer Pflanzen beachten. Das Ergebnis: Nur neun Prozent der Befragten berücksichtigen das Thema "gar nicht", während die große Mehrheit das Thema Trockenheit bei der Auswahl neuer Pflanzen beachtet. Fast 29 Prozent tun das sogar "stark" oder "sehr stark".

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Bei Gartenbesitzern völlig "out" sind Japanische Gärten. Nun noch 0,5 Prozent können sich dafür begeistern. Auch Stein- und Designer-Gärten sind inzwischen völlig unbeliebt. Foto: Hartmut910, pixelio.de

Designer- und Japanischer Garten sind „out“

Bei der Gartengestaltung hat für die Mehrheit der Gartenbesitzer der „klassische Garten“ die Nase vorn (58%). Dazu gehört für sie eine Mindestausstattung mit Rasen, Hecke und Sitzgelegenheit. Doch der Klassiker bekommt Konkurrenz: 17 Prozent bezeichnen ihren Garten als „Bauerngarten“, der Nutz- und Blühpflanzen mischt, 13 Prozent setzen auf einen „Natur- oder Wildgarten“. 11 Prozent besitzen einen „Nutzgarten“, der hauptsächlich dem Anbau von Kräutern, Gemüse und Obst dient.

Völlig „out“ sind der Steingarten (0,2 %), der Japanische Garten (0,5 %) und der Designer-Garten (0,8 %). Gut zwei Drittel (67 %) haben bis zu 200 m² Rasen in ihrem Garten. Diese Fläche wächst mit der Größe des Grundstücks und beträgt bei Grundstücken von über 1.000 m² meist mehr als 500 m² (59 %). Auch der Anteil der Bauerngärten steigt mit zunehmender Grundstücksgröße: Diese Mischung aus Nutz- und Blühpflanzen favorisieren bei Grundstücksgrößen über 1000 m² bereits 25 Prozent der Befragten.

Einen besonders aufgeräumten Garten streben knapp zwei Drittel der Gartenbesitzer (64,7 %) inzwischen nicht mehr an: Sie lassen Wildkräuter wie Löwenzahn, Giersch oder Brennnesseln weitgehend wachsen. Die Motive dafür reichen von „Nahrung für Insekten“ bis hin zu „Eigenverzehr als Salat oder Würzmittel“.

Bei Grundstücksgrößen über 1.000 m² sind es bereits 83 Prozent, die Wildkräuter im Garten nicht mehr entfernen. Dafür achten über 75 Prozent der Gartenbesitzer, vor allem Frauen, beim Kauf neuer Pflanzen auf die Förderung biologischer Vielfalt – von „ein bisschen“ bis „sehr stark“. Jüngere Befragte bis 39 Jahre achten darauf allerdings weniger als ältere. cm/Stihl

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