Ökonomisch betrachtet

Flutschäden

von:

Der Klimawandel stellt den – ohnehin schon ausgelasteten – GaLaBau vor besondere Herausforderungen. Angesichts von Fachkräftemangel, Nachfolgeproblemen und einem Auftragsvorlauf von über einem Jahr stellt sich die Frage, mit welchen Kapazitäten zusätzliche Schäden aus Katastrophen, wie wir sie jüngst in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz erlebt haben, halbwegs zeitnah behoben werden können.

Einerseits müssen hier akute Probleme beseitigt, auf der anderen Seite in den bisher nicht betroffenen Gegenden dringend Vorkehrungen getroffen werden. In beide Felder ist der Landschaftsbau wesentlich involviert. Die Investmentbank Berenberg schätzt die Kosten der Schadensbehebung allein aus dem letzten Ereignis in Deutschland laut der Süddeutschen Zeitung auf ein bis zwei Milliarden Euro. Einige Millionen Euro werden davon auf den Landschaftsbau entfallen. Das entspricht dann schnell ein bis zwei Prozent des gesamten Branchenumsatzes – zusätzlich.

Weitere Kapazitäten wird die Branche aber kaum bereitstellen können und so wird sich die priorisierte Durchführung von Maßnahmen nur über den Preis regeln lassen. Die Sanierung und Prävention wird also ziemlich teuer und langwierig werden, darauf müssen sich die Betroffenen einstellen. Alle anderen können damit rechnen, dass es bei kleinen, un ter geordneten und weniger interessanten Aufgaben noch schwieriger werden wird, zeitnah einen Betrieb zu finden, der die Maßnahmen zu akzeptablen Preisen erledigt. Natürlich mit regionalen Unterschieden. Mit Blick auf das Branchenwachstum bedeutet das eine Bremse. Zwar führt der Preisanstieg insgesamt zu höheren Umsätzen, aber ohne zusätzliche Kapazitäten wird das Wachstum behindert und die Nachfrage kann nicht bedient werden.

Wohin das führt, ist eine Frage. Ausweichbewegungen des Marktes sind mangels Alternativen (zumindest im Bereich der relevanten Infrastruktur) nicht möglich. Der private Garten wird zunehmend in Eigenregie gepflegt werden müssen oder wird zum Luxusgut, das sich nur noch Menschen mit hohen Einkommen leisten können. Ausweichbewegungen in Bereiche wie Reisen und andere Erholungsangebote sind vorstellbar. Wenn dann mittel- bis langfristig die Nachfrage wieder sinken sollte, muss sich die Branche die verlorenen Märkte zurückerobern. Zunächst einmal ist der Landschaftsbau aber eine Schlüsselbranche in Zusammenhang mit den drängenden Themen der Gegenwart, seien es die Bekämpfung des Klimawandels, die Beseitigung von dessen Folgen oder die Schaffung von Ausgleich für die gestresste und von Corona eingeschränkte Bevölkerung. Das bietet viele Chancen.

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Prof. Dr.-Ing. Heiko Meinen

h.meinen@kullmann-meinen.de

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Prof. Dr. Heiko Meinen
Autor

Leiter des Instituts für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienwirtschaft (inwb), Hochschule Osnabrück

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