Jahresgespräch mit dem BGL-Präsidenten

Wurmb will Fachkräftesicherung 2023 voranbringen

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BGL-Präsident Lutze von Wurmb appelliert an die Fachbetriebe, mit Maßnahmen zum Employer Branding ihr öffentliche Profil als Arbeitgeber zu schärfen. Foto: Lorenz von Ehren

Der Fachkräftemangel wird auch im neuen Jahr im Mittelpunkt der Aktivitäten des Garten- und Landschaftsbaus stehen. Lutze von Wurmb, Präsident des Bundesverbands Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL), appelliert an die Fachbetriebe, mit Maßnahmen zum Employer Branding ihr öffentliches Profil als Arbeitgeber zu schärfen. Dabei könne der in der jungen Generation verbreitete Wunsch nach einem beruflichen Beitrag zum Klimaschutz und für mehr Biodiversität helfen.

Ohne motivierte Arbeits- und Fachkräfte läuft im Garten- und Landschaftsbau überhaupt nichts", sagt von Wurmb im Jahresgespräch mit der Neuen Landschaft. Dabei stehe die grüne Branche mit anderen im Wettbewerb um künftige Mitarbeitende. "In den letzten Jahren hat sich dieser Trend deutlich verschärft: Wir müssen uns heute sehr viel stärker um geeignetes Personal bemühen, als dies früher der Fall war." Nicht selten müssten Betriebe auch mal einen Auftrag liegen lassen, weil das Personal fehle.

Das Employer Branding ist entscheidend

Entscheidend für die Personalgewinnung ist für den BGL-Präsidenten ein klares Employer Branding: "Damit meine ich, dass sich jeder Betrieb von seiner Schokoladenseite präsentieren muss, sei es in den sozialen Medien, auf der eigenen Homepage, aber auch im Alltag." Wer im Wettbewerb um gute Mitarbeitende bestehen will, müsse auch als GaLaBau-Unternehmen in diesen Zeiten alle Register ziehen.

"Dabei dürfen wir durchaus selbstbewusst sein, weil unsere Mitgliedsbetriebe auch viel zu bieten haben: Sichere Arbeitsplätze in der Stadt und im ländlichen Raum, abwechslungsreiche, projektbezogene Tätigkeiten je nach Qualifizierung sowie umfangreiche Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten", sagt von Wurmb. "Und - last but not least - die Arbeit mit der Pflanze und in der Natur." Für viele Menschen, gerade auch junge Leute, sei es heute besonders wichtig, mit ihrer beruflichen Tätigkeit einen Beitrag zum Klimaschutz und für mehr Biodiversität zu leisten. Das könnten sie im Garten- und Landschaftsbau tun, weil es der GaLaBau sei, der mit gestaltetem Grün die Natur in der Stadt und auf dem Land stärke.

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Der BGL hilft bei der Fachkräftesicherung mit dem GaLaBau Camp. Während der GaLaBau-Messe war sie nicht nur eine Netzwerkplattform, sondern auch ein Live-Treffpunkt. Foto: NürnbergMesse

Fachkräftekampagne stark in Social Media

Der BGL helfe bei der Fachkräftesicherung, sagte von Wurmb: "Mit dem GaLaBau Camp bieten wir eine Netzwerkplattform vor allem für junge Menschen an, die über die vielfältigen beruflichen Möglichkeiten informiert." Auf der Webseite galabaucamp.de werden Angebote für Ausbildung, Fortbildung und Hochschulbildung gebündelt. Für weitere Recherchen rund um die grüne Branche gibt es Kontaktadressen von Verbänden, Berufsbildungsstätten und Behörden.

"Vor zwei Jahren hat der BGL zudem eine Fachkräftekampagne ins Leben gerufen", erinnert von Wurmb. "Damit wollen wir ganz gezielt wechselwillige Menschen ansprechen und für eine Tätigkeit in der grünen Branche gewinnen." Vor allem auf den Social-Media-Kanälen sei der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau damit sehr präsent. Ein Jahr später sei eine eigene Stellenbörse initiiert worden, die mit Suchmaschinen wie Google Jobs oder Indeed verknüpft ist. So wolle der BGL Interessantem am Beruf des Landschaftsgärtners Möglichkeiten aufzeigen und Unentschlossene motivieren, in den GaLaBau zu wechseln.

von Wurmb für viel höheren Frauenanteil

"Natürlich wünsche ich mir bei alledem einen viel höheren Frauenanteil", unterstreicht der BGL-Präsident. "Da besteht noch richtig viel Potenzial, das wir für die Branche nutzen wollen und müssen." Der Verband spreche im Rahmen der Nachwuchswerbung Frauen gezielt an und richte sich auch an Schülerinnen. Beim "Girls Day" engagiere er sich und plane entsprechende Motive und Anzeigen. Von Wurmb freut sich, dass immer auch junge Landschaftsgärtnerinnen beim Landschaftsgärtner-Cup dabei sind: "2022 gab es vier gemischte Teams bei unserem Bundeswettbewerb."

Abwerbeaktionen unter Fachbetrieben zeigen dem BGL-Präsidenten nicht nur wie groß die Nachfrage nach Arbeits- und Fachkräften ist, sondern auch, dass die Auftragslage nach wie vor gut ist. "Jeder Betrieb muss seine Stärken als Arbeitgeber aufzeigen", sagt er, "das ist völlig legitim. Da stehen wir auch untereinander im Wettbewerb." Konzertierte Abwerbeaktionen unter Kollegen sehe er aber kritisch. Vielmehr müsse der GaLaBau gemeinsam alles daransetzen, junge Menschen und erfahrene Wechselwillige von der grünen Branche zu überzeugen.

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Bei Anerkennung von Berufsabschlüssen von Migranten aus Drittstaaten fordert Lutze von Wurmb "einen pragmatischen Ansatz und weniger Bürokratie". Foto: VGL Baden-Württemberg/ Widenhorn

Drittstaaten-Migration mit weniger Bürokratie

Die von der Bundesregierung beschlossenen Eckpunkte für ein Migrationspaket sieht von Wurmb grundsätzlich positiv: "Der Ansatz, arbeitswillige Menschen aus Drittstaaten für eine Tätigkeit in Deutschland zu gewinnen, ist richtig. Wir brauchen angesichts der demographischen Entwicklung in unserem Land Zuwanderung in den ersten Arbeitsmarkt." Die GaLaBau-Branche sei dafür offen und habe deshalb gemeinsam mit der Bundesagentur für Arbeit ein Pilotprojekt ins Leben gerufen. So seien bereits die ersten Arbeitskräfte aus Kolumbien im GaLaBau tätig. "Wenn sich das bewährt, kommen sicherlich weitere Projekte auch mit anderen Staaten in Frage", kündigte von Wurmb an.

Bei Anerkennung von Berufsabschlüssen von Migranten aus Drittstaaten fordert von Wurmb "einen pragmatischen Ansatz und weniger Bürokratie". Klar sei, dass grundlegende Sprachkenntnisse vorhanden sein müssten, zumindest müssten Basiskenntnisse noch im Herkunftsland erworben werden. Gut sei es, dass der Bund dazu vor Ort Hilfestellung leiste und Deutschkurse mitfinanziere. "Wenn die Arbeitskräfte dann bei uns angekommen sind, müssen wir sie unterstützen, damit sie die nötige Praxis und das Fachwissen erwerben können", sagt der BGL-Präsident. cm

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