Der Dach- und Fassaden-Begrünungsmarkt in Deutschland

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Gründächer Bauwerksbegrünung
Abb. 1: In 2019 sind in Deutschland etwa 7 200.000 m² Gründachfläche neu entstanden. Foto: BuGG

Der Bundesverband GebäudeGrün (BuGG) hat mit der Veröffentlichung des "BuGG-Marktreports Gebäudegrün 2020" erstmals eine Übersicht der wichtigsten Zahlen zur Dach-, Fassaden- und Innenraumbegrünung in Deutschland vorgelegt. Der Marktreport soll nun jedes Jahr Politik, Industrie, Baubeteiligte, Medien und alle sonstigen Interessierten mit aktuellen Zahlen zum Gebäudegrün-Markt versorgen. Die verschiedenen Zahlen und Daten beruhen größtenteils auf eigenen Recherchen und Umfragen, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Der Schwerpunkt der Zahlen aus dem Gebäudebegrünungs-Markt liegt derzeit noch bei der Dachbegrünung, da hier die Methoden der Datenerfassung relativ klar und die Daten gut über Mitglieder- und Städtebefragungen zu ermitteln sind.

Eine Erfassung des Gesamtmarkts der jährlich neu begrünten Dächer wird von der Fachvereinigung Bauwerksbegrünung (FBB), einem der beiden Vorgängerverbände des BuGG, bereits seit 2008 durchgeführt. Der BuGG führt diese Analyse seit 2018 fort.

1.1 Dachbegrünung

Neu begrünte Flächen in 2019

  • In Deutschland sind im Jahr 2019 insgesamt 7 217 720 m² Dachbegrünungen neu hinzugekommen. Die neu hinzugekommene Gesamt-Gründachfläche nun aufgeteilt auf Extensiv- und Intensivbegrünungen ergibt:
  • Extensivbegrünung: 6 024 421 m². Das entspricht einem Marktanteil von 83,5 Prozent.
  • Intensivbegrünung: 1 193 299 m². Das entspricht einem Marktanteil von 16,5 Prozent.

Dazu wurde eine möglichst große Grundgesamtheit der Substrathersteller und -anbieter nach den in Deutschland gelieferten Mengen nachfolgender Substrattypen abgefragt: Extensivsubstrat (ein- und mehrschichtig), Intensivsubstrat (ein- und mehrschichtig). Mit Hilfe der ermittelten Liefermengen und über festgelegte Annahmen zu den Einbauhöhen von extensiven und intensiven Dachbegrünungen in ein- und mehrschichtiger Bauweise konnten die neu begrünten Dachflächen in ihrer Gesamtheit, jedoch auch unterschieden in extensiv, intensiv, ein- und mehrschichtig, berechnet werden. Die wichtigsten Ergebnisse der BuGG-Gründachsubstrat-Umfrage sehen wie folgt aus:

In der ermittelten Gesamt-Gründachfläche sind alle Arten von Dachbegrünungen enthalten, die Methode lässt derzeit keine Unterscheidung von Flach- und Schrägdächern beziehungsweise Tiefgaragen oder gar Gebäudetypen zu. Es ist anzunehmen, dass es außer den an den jährlichen Umfragen beteiligten Unternehmen weitere, meist regional tätige Substrathersteller gibt, deren Liefermengen ebenso wenig berücksichtigt sind wie "konventionell" (Kies- und Erdschüttung) ausgebildete Tiefgaragenbegrünungen. Obwohl dies durch einen Korrekturfaktor ausgeglichen wurde, ist anzunehmen, dass die Gesamtfläche der jährlich begrünten Dächer noch höher liegen dürfte als die durch die BuGG-Umfragen ermittelten Werte.

Die in 2019 neu hinzugekommene Gründachfläche von etwa 7 200.000 m² hört sich erst einmal viel an, doch das sind im Verhältnis zu den angenommenen 80.000.000 m² neu entstandener Flachdachfläche nur etwa 9 Prozent. Das heißt, in 2019 blieben etwa 91 Prozent der Flachdachfläche unbegrünt - ein enormes Potenzial!

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Abb. 2: Ergebnisse der BuGG-Gründachsubstrat-Umfrage 2019. Abb.: BuGG
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Abb. 3: In 2019 wurden 83,5 Prozent Extensiv- (im Bild li.) und 16,5 Prozent Intensivbegrünungen (im Bild re.) ausgeführt. Foto: BuGG
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Abb. 4: In 2019 hinzugekommene Dachbegrünungen im Verhältnis zu neu entstandener Flachdachfläche. Abb.: BuGG

1.2 Entwicklungen Gründach-Markt 2008 bis 2019

Da die Methode der BuGG-Gründachsubstrat-Umfrage und die beteiligten Unternehmen über die Jahre hinweg (seit 2008) unverändert geblieben sind, lassen sich die Jahre miteinander gut vergleichen, Entwicklungen aufzeigen und Trends ableiten. Folgende Marktzahlen konnte der BuGG hieraus ermitteln:

  • Von 2008 bis 2019 wurden insgesamt 58 341 198 m² Gründachfläche angelegt.
  • Von der Gesamtmenge wurden 49 106 236 m² Dachfläche extensiv begrünt, das entspricht 84,2 Prozent.
  • Von der Gesamtmenge wurden 9 234 962 m² Dachfläche intensiv begrünt, das entspricht 15,8 Prozent.
  • Der Gründach-Markt wächst im Durchschnitt jährlich um etwa 7 Prozent.
  • Der Gründach-Markt ist von 2008 bis 2019 um 100 Prozent gewachsen.
  • Der Trend geht zu Intensivbegrünungen (Dachgärten) und damit (überwiegend) begeh- und nutzbaren Dachbegrünungen. Lag der Anteil an Intensivbegrünungen in 2008 noch bei 11,4 Prozent (extensiv: 88,6 Prozent), so hat er in 2019 mit 16,5 Prozent (extensiv: 83,5 Prozent) eine deutlich höhere Dimension eingenommen.
  • Das durchschnittliche jährliche Wachstum von intensiven Dachbegrünungen war höher als bei den extensiven Dachbegrünungen. Über die letzten 12 Jahre hinweg sind die Extensivbegrünungen im jährlichen Durchschnitt um 6,6 Prozent, die Intensivbegrünungen dagegen im Durchschnitt um 10,8 Prozent gewachsen.
  • Noch deutlicher ist der Trend zu Extensivbegrünungen in mehrschichtiger Bauweise: lag das Verhältnis ein- zu mehrschichtig in 2008 bei 47:53, so wurden für 2019 28:72 ermittelt.

1.3 Gründachbestand, Gründach-Bundesliga und Gründach-Index

Bisher haben nur wenige deutsche Städte Bestandsaufnahmen ihrer im gesamten Stadtgebiet vorhandenen Dachbegrünungen vorgenommen und veröffentlicht. Es gibt verschiedene Ansätze und Methoden, bestehende Dachbegrünungen zu erfassen. Der BuGG hat die erhobenen Bestandszahlen begrünter Dächer verschiedener Städte ermittelt und in mehreren Varianten einander gegenübergestellt. Von 15 Städten waren solche Informationen verfügbar.

In der Variante 1.1 werden die Städte nach der Gesamtzahl ihrer ermittelten Gründachflächen aufgelistet, dabei bleiben Tiefgaragenbegrünungen unberücksichtigt. München führt die Tabelle mit 3 148 043 m² Dachbegrünung knapp vor Berlin (2 969 396 m²) an. Die großen Städte haben bei dieser Variante erwartungsgemäß Vorteile gegenüber kleinen Städten, wie beispielsweise hier Nürtingen (59 450 m²). Die berücksichtigten 15 Städte hatten zum Zeitpunkt der Datenerfassungen zusammen einen Gründachbestand von 13 034 165 m².

In der Variante 2 wird die Summe der ermittelten Dachbegrünungsflächen je Stadt zur jeweiligen Einwohnerzahl (EW) in Relation gesetzt. Daraus ergibt sich dann der Gründach-Quadratmeter-Wert pro Einwohner ("Gründach-Index"). Im Durchschnitt der 15 Städte liegt dieser "Gründach-Index" bei 1,2 m²/EW. Der derzeitige Spitzenreiter Stuttgart hat einen "Gründach-Index" von 4,1 m²/EW, das heißt, im Durchschnitt kommen auf jeden Einwohner 4,1 m² Dachbegrünung.

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Abb. 5: Entwicklung der Verhältnisse Extensiv- zu Intensivbegrünungen von 2008 bis 2019. Abb.: BuGG
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Abb. 6: BuGG-Gründach-Bundesliga Variante 2: sortiert nach begrünter Dachfläche pro Einwohner ("Gründach-Index"). Abb.: BuGG

Das Reizvolle dieser Vorgehensweise ist, dass auch kleinere Städte um die "Meisterschaft" mitspielen können, da mit relativen Werten agiert wird. Das Ranking ergibt sich somit unabhängig von der Größe der Stadt. Nicht unerwähnt bleiben soll, dass die Werte der einzelnen Städte nur bedingt vergleichbar sind, da sich sowohl die Methoden als auch die Zeitpunkte der Bestandserfassung teilweise unterscheiden. Mit der "BuGG-Gründach-Bundesliga" gibt es erstmals fundierte Werte zum Gründach-Index im Städtevergleich, um für Politik und Städteplanung eine Kennzahl bereitzustellen. Auch die Städte können sich und ihre Aktivitäten in Sachen Dachbegrünung im Vergleich zu anderen Städten nun besser einordnen. Idealerweise führen Städte in regelmäßigen Abständen eine Bestandsaufnahme ihrer Dachbegrünungsflächen durch, um so beispielsweise die Wirkungen eingeführter direkter und indirekter Fördermaßnahmen zu überprüfen.

Deutschland hat eine lange Gründach-Tradition. Seit Mitte der 70er-Jahre werden Dächer professionell begrünt. Der Bundesverband geht aufgrund der vorliegenden Zahlen aus der BuGG-Gründach-Bundesliga und den BuGG-Umfragen und der daraus abgeleiteten Hochrechnung davon aus, dass es in Deutschland ein Bestand von etwa 120.000.000 m² Gründachfläche gibt. Nimmt man diese Summe und die Werte, die ein Quadratmeter extensives Gründach leisten kann, und rechnet das um, dann leistet der jetzige Gründachbestand folgendes:

  • Wasserspeichervermögen von etwa 3 600.000 m³.
  • Verdunstungsleistung von etwa 240.000 m³ pro (Sommer)Tag.
  • Jahresniederschlagswasserrückhalt von etwa 52 560.000 m³.
  • CO2-Speicherung von etwa 96.000 t.

2. Fassadenbegrünung

Neu begrünte Flächen in 2019

Eine Ermittlung der Flächengröße der in 2019 begrünten Fassadenflächen ist schwerer durchzuführen als bei den begrünten Dachflächen. Lassen sich die Werte von "wandgebundenen" Fassadenbegrünungen noch recht einfach ermitteln, verhält sich das bei "bodengebundenen" Fassadenbegrünungen anders. Eine genaue Ermittlung der neu hinzugekommenen Flächen von bodengebundenen Fassadenbegrünungen mit selbstklimmenden Pflanzen (Direktbegrüner ohne Kletterhilfen) ist aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Vor diesem Hintergrund sind die ermittelten und nachfolgend aufgeführten Daten zu den in 2019 begrünten Fassadenflächen zu bewerten. Der BuGG hat die Mitglieder, die Produkt- und Systemlösungen zur Fassadenbegrünung anbieten, nach begrünten Flächen in 2019 befragt. Dabei wurden die Flächensummen sowohl boden- als auch wandgebundener Fassadenbegrünungen abgefragt, bei den bodengebundenen Begrünungen allerdings nur die Flächen mit Kletterhilfen.

  • In Deutschland wurden demnach im Jahr 2019 insgesamt etwa 20.000-55.000 m² Fassadenfläche mit wandgebundener und bodengebundener Fassadenbegrünung (mit Kletterhilfen) neu begrünt.
  • Die wandgebundenen Fassadenbegrünungen nehmen dabei eine Flächengröße von etwa 5000 m² ein.
  • Die befragten BuGG-Mitglieder gehen von einem Verhältnis wandgebundener Fassadenbegrünung zu bodengebundener Fassadenbegrünung mit Kletterhilfen von 1:3 bis 1:10 aus. Daraus ergibt sich eine mit Kletterhilfen begrünte Fassadenfläche in Summe von 15.000 bis 50.000 m².

Wie oben ausgeführt, konnten zu den Flächengrößen der bodengebundenen Direktkletterer (ohne Kletterhilfe) keine Zahlen ermittelt werden. Der BuGG geht hierbei von einer Größenordnung von 20.000 bis 80.000 m² aus.

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Abb. 7: In 2019 sind in Deutschland etwa 90.000 m² Fassadenbegrünungsfläche neu entstanden, davon etwa 5000 m² als "Living Walls". Foto: BuGG
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Abb. 8: Ermittelte und geschätzte Größenordnung der in 2019 neu begrünten Fassadenflächen. Abb.: BuGG
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Abb. 9: Großes Potenzial. Nur ein kleiner Teil an Fassaden und Wänden sind bisher begrünt. Foto: BuGG

3. Kommunale Förderung BuGG-Städteumfrage

Die Dach- und Fassadenbegrünung gewinnt im Rahmen einer klimaangepassten und wassersensiblen Stadtentwicklung bundesweit an Bedeutung, denn sie bietet einen Mehrfachnutzen für die Stadt. Auf kommunaler Ebene kann die Umsetzung von Dach- und Fassadenbegrünung durch verschiedene Instrumente gefördert werden, die sich in ihrem Wirkungsbereich, ihrer Verbindlichkeit und ihrem finanziellen Aufwand für die Stadt unterscheiden.

Als Datengrundlage dienen die BuGG-Städteumfragen von 2010 bis 2019/2020. Für den BuGG-Marktreport Gebäudegrün 2020 wurden die Umfragedaten um eigene Recherchen erweitert, damit ein umfassendes Bild zur Förderung der Dach- und Fassadenbegrünung in Deutschland entsteht. Ergänzt wird die Tabelle durch die Ergebnisse der durchgeführten Recherche 2019/2020 zur kommunalen Förderung aller deutschen Städte mit mehr als 50.000 Einwohnern. Die wichtigsten Ergebnisse sind:

Förderprogramme (direkte finanzielle Zuschüsse):

  • Der Anteil an Städten, die für die Dachbegrünung direkte Zuschüsse anbietet, ist gestiegen (2010: 6 %, 2019: 19 %).
  • Bei den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern stellen bereits 49 Städte und somit circa 26 Prozent finanzielle Zuschüsse für Dachbegrünungen bereit.
  • Die Spanne der maximalen Förderung reicht von 10 bis 100 Euro/m² sowie 500 bis 100.000 Euro/Vorhaben.
  • Ein ähnlicher Anstieg ist für die direkte Bezuschussung von Fassadenbegrünungen erkennbar (2010: 6 %, 2019: 17 %).
  • Bei den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern stellen bereits 45 Städte und somit circa 24 Prozent finanzielle Zuschüsse für Fassadenbegrünungen bereit.
  • Prozentual schwankt die Fördergrenze zwischen 20 und 90 Prozent der förderfähigen Kosten. Bei einem Großteil der Städte liegt die maximale Förderung bei 50 Prozent.

Bebauungsplan

  • Immer mehr Städte setzen sowohl Dachbegrünung (2010: 34 %, 2019: 67 %) als auch Fassadenbegrünung (2010: 32 %, 2019: 45 %) in B-Plänen verbindlich fest.
  • Der Anteil der Städte über 50.000 Einwohner mit Festsetzungen in B-Plänen liegt bei 73 Prozent (Dachbegrünung) beziehungsweise 41 Prozent (Fassadenbegrünung).

Gebührenreduktion bei Gesplitteten Abwassergebühr

  • Der Anteil an Städten, der durch eine Gebührenreduktion Gründächer fördert, bleibt seit 2012 bei einem ähnlichen Wert (2012: 49 %, 2014: 53 %, 2016/2017: 54 %, 2019: 49 %).
  • Bei den Städten mit mehr als 50.000 Einwohnern liegt der Anteil nach eigener Recherche mit 72 Prozent mittlerweile sehr hoch.
  • Je nach Stadt variiert zum einen die Höhe der Niederschlagswassergebühr pro Jahr (in 2019 durchschnittlich 0,81 Euro/m²) und zum anderen die Höhe der maximalen Gebührenreduktion für eine Dachbegrünung von Null bis 100 Prozent.
  • Die durchschnittliche maximale Gebührenreduktion für eine Dachbegrünung lag 2019 bei 59 Prozent beziehungsweise 0,48 Euro/m².
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Abb. 10: Zusammenfassung der Ergebnisse der BuGG-Städteumfrage 2019/2020. Abb.: BuGG
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Abb. 11: Der BuGG geht von einem aktuellen Gründach-Bestand in Deutschland von etwa 120 Millionen m² aus. Foto: BuGG
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Abb. 12: Extensive Dachbegrünung. Das kann schon 1 m² extensive Dachbegrünung leisten! Abb.: BuGG

Ökopunkte für Dachbegrünungen

  • Der Anteil an Städten, der Ökopunkte für Dachbegrünungen im Rahmen der Eingriffs-Ausgleichs-Regelung vergibt, stieg von 9 Prozent (2010) auf 21 Prozent (2019) an.
  • Bei den Städten über 50.000 Einwohnern liegt der Anteil bereits bei 24 Prozent.

4. Zusammenfassung, Trends und Ausblick

Im Bereich Dachbegrünung sind, wenn auch noch nicht mit Zahlen belegt, folgende Trends zu beobachten:

  • Die Objekte mit "Urban farming" nehmen ebenso zu wie "Biodiversitätsgründächer". Waren beide Begrünungsformen in den letzten Jahren eher als etwas "Besonderes" und womöglich als werbewirksamer "Marketing-Gag" zu sehen, so sind sie heute immer öfters in behördlichen Vorgaben und Planungen zu finden.
  • Dachbegrünung als einen wichtigen Baustein der dezentralen Regenwasserbewirtschaftung zu sehen, ist nichts Neues, hat jedoch mit dem "Retentionsgründach" und den enormen zusätzlichen Möglichkeiten eine neue Dimension bekommen.
  • Dass Photovoltaik und Dachbegrünung in Kombination bei fachgerechter Planung und Ausführung in Form von "Solar-Gründächern" nachhaltig funktionieren, hat sich zwar in weiteren Objekten gezeigt, ist jedoch noch lange nicht allen Baubeteiligten bekannt. Auch wenn der politische Wille stark auf Solar abzielt, gilt es die Dachbegrünung nicht zu vernachlässigen, sondern ebenso zu fördern. Es darf nicht zu einer Konkurrenzsituation kommen!

Es ist erkennbar, dass die Gebäudebegrünung kein "Nischenprodukt" mehr ist. Der Gebäudebegrünungsmarkt wächst und ist ein Zukunftsmarkt mit großem Potenzial:

  • Nur etwa 9 Prozent neu entstehender Flachdächer werden aktuell begrünt.
  • Die Branche der Gebäudebegrünung einschließlich ihrer angrenzenden Gewerke bieten schon jetzt Tausende von Arbeitsplätzen - Tendenz, einhergehend mit dem Wachstum, steigend!
  • Dach- und Fassadenbegrünung als wichtige Anpassungsmaßnahme an den Klimawandel: Regenwasserbewirtschaftung (Überflutungsschutz) und Hitzevorsorge (Verdunstungskühlung), dazu kommen Artenschutz/Biodiversität.
  • Verbesserung des Stadtklimas durch Bindung von Staub und CO2 und damit beispielsweise ein wichtiger Beitrag zur Verhinderung von Fahrverboten.
  • Zusätzliche Nutz- und Freizeitflächen für Menschen: der hauseigene Dachgarten als krisensichere Freizeit-, Erholungs- und Bewirtschaftungsfläche. Bisher werden nur etwa 1 Prozent der Dachbegrünungen intensiv begrünt und durch den Menschen genutzt.

Eine zunehmend wichtige Rolle im Markt nimmt der BuGG ein. Er informiert umfassend zur Bau- und Vegetationstechnik und aktuellen Forschungen im Rahmen seiner Veranstaltungen. Zudem bündelt er Kräfte und vernetzt die Marktteilnehmenden, Städte, Bauenden, Planenden, Liefernden und Ausführenden.

M.Sc. Rebecca Gohlke
Autorin

Landschaftsarchitektin, Referentin für Projektarbeit beim Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)

Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)
Dr. Gunter Mann
Autor

Präsident des Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)

Bundesverband GebäudeGrün e. V. (BuGG)

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