Ökonomisch betrachtet

Konzentration

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In der letzten Ausgabe wurde der Eintritt von Private Equity Investoren in die grüne Branche diskutiert. Offenbar haben die Anleger hier einen Markt entdeckt, in dem bisher ungenutzte Werte gehoben werden können. Das hat nicht zwingend mit höherer Produktivität oder Innovationen zu tun, sondern vielmehr mit der Struktur des Marktes.

2018 hat Prof. Brockmann dazu eine sehr schöne Analyse in der Fachzeitschrift „Bauwirtschaft“ (Ausgabe 1/2018) veröffentlicht. Dort erörtert er die konjunkturbedingte, zunehmende Zergliederung des Baumarktes in den 1990ern bzw. mit der Jahrtausendwende. Folge dieser Entwicklung war, dass die durchschnittliche Mitarbeiterzahl der Betriebe auf etwa 10 sank. Davor war die Branche durch eine ganze Reihe sehr großer Bau-Aktiengesellschaften geprägt. Das ist vorbei. Heute zeichnet sich aber wieder eine Konzentration auf dem Baumarkt ab, wenn man sich anschaut, wie sich vormals kleine Mittelständler wie etwa Goldbeck oder Zechbau entwickelt haben, die mittlerweile über 2000 Mitarbeiter beschäftigen. Sie gehören jetzt zu den größten der Branche.

Konzentration, so stellt es Brockmann dar, resultiert aus einer stabilen Marktentwicklung. Diese ist seit Jahren auch im GaLaBau zu beobachten. Allerdings entstehen größere Player erst langsam. Die Branche verharrt noch in der etablierten Struktur, was auch für einen gesunden Wettbewerb spricht. In den letzten fünf Jahren hat sich die durchschnittliche Mitarbeiteranzahl quasi nicht verändert und verbleibt bei rund 6,7 Beschäftigten pro Betrieb. Dafür ist die Anzahl der Betriebe seit 2015 um fast 9% gestiegen. Der um 14% gestiegene Umsatz pro Mitarbeiter deutet dabei auf die verbesserte Produktivität und höhere Preise hin. Beste Voraussetzungen also für eine Konzentration. Eine kleinteilige Anbieterstruktur reagiert zwar flexibler auf konjunkturelle Schwankungen, sie lässt aber auch weniger Innovationen zu und profitiert nicht von sogenannten Skaleneffekten.

Aber warum bewegt sich die Branche nicht? Ein Grund ist sicher die aktuelle Betriebsstruktur, die stark regional geprägt, auf das operative Geschäft fokussiert nicht expansiv ausgerichtet ist. Insofern ist das Management in aller Regel auch nicht mit entsprechenden Kompetenzen ausgestattet. Ob nun die Entwicklung am GaLa-Bau-Markt allein den Finanzinvestoren überlassen werden sollte, oder einzelne Player der Branche – siehe Bauindustrie – den Prozess mitgestalten, bleibt zu diskutieren. Jedenfalls beschäftigt sich der BGL nun auch mit dem Thema. Am Geld kann es am Ende nicht liegen. Das ist aktuell in ausreichender Menge bei allen Beteiligten vorhanden.

Prof . Dr.-Ing. Heiko Meinen
h.meinen@kullmann-meinen.de

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Prof. Dr. Heiko Meinen
Autor

Leiter des Instituts für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienwirtschaft (inwb), Hochschule Osnabrück

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