Wildbienensterben: Wissenschaftler rufen Hobbygärtner zur Hilfe

Artenschutz Forschung und Bildung
Foto: Floydine, Fotolia.com

Prof. Dr. Susanne Renner, Inhaberin des Lehrstuhls für Systematische Biologie und Mykologie an der Ludwig-Maximilians-Universität München, hat Deutschlands Hobbygärtner aufgerufen, den bedrohten Wildbienen zu helfen, indem sie auf vielfältige Hausgärten ohne Pestizide und Mähroboter setzen. Von den über 500 Wildbienenarten in Deutschland, zu denen auch die Hummeln gehören, sind nach Angaben der Wissenschaftlerin mehr als die Hälfte bedroht oder lokal schon ausgestorben.

"Allgemein scheint die Artenvielfalt von Bienen aufgrund der intensiven Landwirtschaft und des verstärkten Einsatzes von Pestiziden, die sich beide negativ auf Nahrungsquellen und Nistmöglichkeiten auswirken, rückläufig zu sein", sagte Renner. "Wir wollten herausfinden, welche Eigenschaften bestimmte Arten besonders anfällig dafür machen, lokal auszusterben."

Insgesamt konnten die Wissenschaftler 445 der 561 in Deutschland bekannten Bienenarten in ihre Analyse einbeziehen und somit 79 Prozent der deutschen Bienenfauna abdecken. Dabei zeigte sich zu ihrer Überraschung, dass die Spezialisierung auf bestimmte Blüten entgegen ihrer Erwartung keinen Effekt hatte. "Zwei Faktoren allerdings waren extrem stark mit einer Gefährdung korreliert: Die Habitatpräferenz -, also die Spezialisierung auf einen Lebensraum - und eine Flugzeit erst im Spätsommer", sagt Michaela Hofmann, Doktorandin in Renners Team und Erstautorin des Papers.

Das Bienenvorkommen in den Städten ist vergleichsweise stabil, und auch die Bienen, die im Frühling ausfliegen, wie etwa die gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta), gelten als nicht gefährdet. Im Gegensatz dazu erhöhten enge Lebensraumpräferenzen, eine kurze Flugzeit und das Auftreten erst im Spätsommer das Aussterberisiko. "Den Spätfliegern - dazu gehört beispielsweise die Zahntrost-Sägehornbiene (Melitta tricincta) - vor allem auf dem Land geht es unserer Interpretation nach nicht gut, weil es dort dann nicht mehr genug Nahrung gibt. Landwirtschaftlich intensiv genutzte Flächen sind im Spätsommer von Blüten ausgeräumt, während es im Frühling wenigstens noch Massenpflanzen wie Raps und blühende Obstplantagen gibt", sagt Renner. Dieser Faktor ist für die Wissenschaftler der wahrscheinlichste Grund für den Rückgang der Wildbienenarten in Deutschland.

Neben der Hilfe von Hobbygärtnern setzen die Münchener Wissenschaftler auch auf eine seltenere Mahd auf dem Lande, die Anlage von Blühstreifen und das Stehenlassen von Ackerrandstreifen mit Ackerunkräutern. cm

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