Ökonomisch betrachtet

Corona-Folgen

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In Ausgabe 10/2021 habe ich Mutmaßungen über die Folgen der Corona-Pandemie für die Belegschaft der Betriebe angestellt. Bricht sich hier unter dem Mantel der boomenden Konjunktur ein Problem bahn, das im Hinblick auf den ohnehin vorhandenen Fachkräftemangel der besonderen Aufmerksamkeit des Managements bedarf?

Wenn stimmt, was verschiedene Medien berichten, werden auch die Mitarbeitenden in den GaLaBau-Betrieben von Problemen wie Sucht, Angststörungen und Depressionen nicht unberührt geblieben sein, selbst wenn die Auftragslage und damit die handwerkliche Beschäftigung der gewerblichen Mitarbeiter kaum eingeschränkt wurde. Spätestens Zuhause wurden alle mit dem Lockdown beziehungsweise den Pandemiefolgen konfrontiert. Unsere laufenden Kennzahlenauswertungen zeigen jedenfalls, dass, speziell die größeren Betriebe zum Teil an Produktivität und Wertschöpfung eingebüßt haben. Liegt das nun an den Folgen der Pandemie, oder hat das andere Gründe? Das wollten wir im Rahmen einer Umfrage herausfinden. Und das sind die Ergebnisse:

Gut ein Drittel der befragten Betriebe stellen Probleme aufgrund der Folgen der Corona-Pandemie fest. Rund 60 Prozent davon sehen keinen Unterschied zwischen operativen Beschäftigten und Mitarbeitenden im Büro. 30 Prozent würden die Problemlage eher dem Baustellenpersonal zuordnen. Fast 70 Prozent verzeichnen einen erhöhten Krankenstand und nehmen Verschlechterungen beim Betriebsklima wahr. Die Hälfte der befragten Betriebe müssen zudem häufiger Mitarbeitergespräche führen. Davon abgesehen, werden aber eher keine Einbußen bei der Produktivität und auch keine erhöhte Fehleranfälligkeit festgestellt.

Gut die Hälfte der Betriebe, die keine Corona-Folgen erleben, sehen Probleme eher durch den Fachkräftemangel. 40 Prozent stellen überhaupt keine wirtschaftlichen Einbußen fest.

Zusammengefasst lässt sich also sagen, dass die Betriebe der Branche durchaus mit den Folgen der Pandemie zu kämpfen haben, auch, wenn alles durch das allgegenwärtige Fachkräfteproblem und eine überaus gute Konjunktur überlagert wird. Aber gerade das zeigt, wie wichtig das Thema Personalführung beziehungsweise die Schaffung eines Betriebsklimas ist, in dem sich die Mitarbeitenden wohl fühlen können und das die privaten Sorgen und Nöte des Einzelnen zumindest ein Stück weit auffangen oder ausgleichen kann. Denn Mitarbeitende zu verlieren, ist derzeit die schlechteste Option.

Prof. Dr.-Ing. Heiko Meinen

h.meinen@kullmann-meinen.de

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Prof. Dr. Heiko Meinen
Autor

Leiter des Instituts für nachhaltiges Wirtschaften in der Bau- und Immobilienwirtschaft (inwb), Hochschule Osnabrück

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