Tradition wiederbelebt

Altenburg erntet wieder Safran

Die Geschichte der Stadt Altenburg ist lang: über 1000 Jahre. Mit vielen geschichtlichen Höhepunkten – wie Residenzen von Kaisern, Handelszentren und Handwerk, mit starker Wirtschaft im Altenburger Land, Sonderrechten wie Bannmeile und Schankrecht.
Gartenbau Forschung und Bildung
Eine Blüte des Crocus sativus. Gut sichtbar ist der sich in drei Narben verzweigende rote Griffel. Daraus wird das Safran genannte Gewürz gewonnen. Foto: Conall, Flickr Creative Commons, CC BY 2.0

Die Bauern als Doppelverdiener mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen und im Winter mit Kohlenverkauf bis Leipzig, Erzgebirge und Vogtland, also eine blühende Stadt auch im wirtschaftlichen Sinne. Besonders hervorzuheben ist der Anbau von Safran im 15. und 16. Jahrhundert.

Neben Buchdruck und Herstellung von Spielkarten wurde die ganze Palette des Gartenbaus und der Gartenkultur in Altenburg betrieben: Gemüseproduktion, Baumschule, Blumen. Bis 1945 war Altenburg drittgrößte Gartenstadt Deutschlands. Erst nach 1990 verfiel der Gartenbau in eine Nischenrolle, trotz hervorragender klimatischer und geologischer Bedingungen.

Seit 2016 blüht es im Herbst wieder in Altenburg auf dem Gelände der ehemaligen Gärtnerei der Familie Bauch, Geraer Straße 55 – das rote Gold – Safran. Das Areal, ehemals GPG Altenburg wurde 2011 von Andrea Wagner und Dr. agr. Frank Spieth erworben. Einige Safrankrokus-Blüten machten neugierig und weckten das Interesse an der Pflanze und an der Geschichte in Altenburg. Bei Neugierde blieb es nicht und 2015 wurde die w³ – Wandel – Werte – Wege gGmbH gegründet und in Feldversuchen der Safran-Anbau in Altenburg erforscht. Derzeit wird auf circa 3000 m² Safran angebaut und circa 1 kg pro Jahr in Premiumqualität geerntet.

In wissenschaftlicher Zusammenarbeit mit der HTW Dresden unter Leitung von Professor Dr. agr. hc. F.-G. Schröder wurde Anfang Juli erfolgreich die Bachelor Arbeit von Michéle Maria Kretschmann verteidigt. Erforscht wurde, wie sich Koriander sativus als Sommer-Nebenkultur auf Safran auswirkt. Im Ergebnis: nichts Negatives.

Neben der Produktion von Safran wurden mit Partnern verschiedene Safranprodukte unter der Bezeichnung "Altenburger Safran" entwickelt. Sie reichen zurzeit von Schokolade, Baiser, Bauerngarten–Naturseife, Safranlikör, Safranparfüm und Honig mit Safran. Ein neuentwickelter 25-prozentiger Safranlikör mit Lavendel-, Rosen- und Jasminaroma wird zum deutschlandweit 1. Safransymposium am 5. September vorgestellt.

Fazit: Das Beispiel Altenburger Safran zeigt, wie aus der Geschichte geschöpft werden kann, neue Arbeitsaufgaben und Produkte entstehen und die Gartenbauwissenschaft weiter gefordert und gefördert wird.

Dipl. Gartenbauing. Horst Lämmel, Kriebitzsch

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