TU Berlin feiert 90 Jahre Landschaftsarchitektur

Zum Festakt an der TU Berlin kamen neben Professoren und Assistenten viele Studierende, Landschaftsarchitekten und Behördenmitarbeiter. Foto: Mechthild Klett

Auf das Jahr genau vor 90 Jahren startete Deutschlands erster akademischer Studiengang für Landschaftsarchitektur in Berlin. Die Technische Universität Berlin feierte das Jubiläum mit einem Festakt. Neben Professoren und Assistenten kamen viele Studierende, Landschaftsarchitekten und Behördenmitarbeiter. Vorträge beleuchteten die Geschichte und die Zukunft des Berufsfeldes.

Gründungsdirektor des neuen Instituts für Gartenarchitektur an der Landwirtschaftlichen Hochschule war Prof. Erwin Barth, zuvor Stadtgartendirektor von Groß-Berlin. Bereits 1928 hatte er der Preußischen Regierung einen Entwurf für den Lehrplan für Gartengestalter vorgelegt. Das neue Institut zog mit dem ebenfalls neu gegründeten Institut für Gartenbau in ein Gebäude nahe dem Botanischen Garten in Berlin-Dahlem.

Ab dem Wintersemester 1929/30 studierten dort eine Studentin und vier Studenten. Zu ihrem Studienplan gehörten auch Unterrichtseinheiten an der Technischen Hochschule Berlin. Nahegebracht werden sollte ihnen die „hohe Bedeutung der sozialen Aufgaben der Gartenkunst bezw. Gartengestaltung“. Dabei stand für Barth fest dass Gartengestaltung „nicht nur eine angewandte Wissenschaft sondern in erster Linie eine angewandte, mit dem Gartenbau unzertrennliche verbundene Kunst ist“.

Landschaftsarchitekten haben, so sagte Heinz W. Hallmann, emeritierter Professor von der TU Berlin, die Aufgabe die Räume für Pflanzen und Tiere nutzbar zu machen. In Zeiten des Klimawandels, vor dem die Menschen eine große Angst hätten, müsse die Landschaftsarchitektur darüber nachdenken, wie sie die Landschaft künftig formen wolle. Mit ihrer Expertise das Grün seien sie dazu sehr gut in der Lage, sagte Hallmann. Dies sei eine große Chance für den Berufsstand.

Die US-amerikanische Landschaftsarchitektin Robin Winogrond bestärkte Hallmann, indem sie radikale Lösungen forderte. Sie schlug vor, zehn Prozent der urbanen Straßenflächen herauszureißen und sie durch Grünkorridore zu ersetzen. Es müsse eine Lobby für Landschaftsarchitektur geben, die die berufsspezifische Wissen in der Öffentlichkeit verbreite. Dabei sollten Landschaftsarchitekten Brücken zu anderen Fachbereichen schlagen. Danilo Ballhorn

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