Unterschiedliche Signale von den süddeutschen Landesgartenschauen

Eppingen und Überlingen gestrichen, Ingolstadt und Lindau öffnen

Ingolstadt wird sein Gartenschaugelände am 21. April öffnen, dabei jedoch auf die Einhaltung eines strengen Sicherheits- und Hygienekonzepts achten. Foto: Guttschick

Da waren's nur noch zwei: Von den vier geplanten süddeutschen Landesgartenschauen (LGS) werden in diesem Jahr wohl nur die beiden bayerischen Events in Ingolstadt und Lindau stattfinden können. Nach der überraschenden Verschiebung der LGS in Eppingen und Überlingen geht Baden-Württemberg leer aus. Während Eppingen sich bereits auf eine Neuansetzung in 2022 festgelegt hat, bleibt Überlingen vage: Sobald der Inzidenzwert in der Region wieder niedrig genug sei, wolle man öffnen.

Kein unbeschwertes Fest in Eppingen

Der Eppinger Gemeinderat beschloss die Verlegung der Gartenschau, da eine erfolgreiche Eindämmung der Corona-Pandemie weiterhin nicht in Sicht ist. Im März waren die Mitglieder bei einer öffentlichen Sitzung zusammengekommen und hatten mit großer Mehrheit für diesen Schritt gestimmt. Oberbürgermeister Klaus Holaschke räumte ein, dass bei der Verschiebung das Prinzip Hoffnung regiert: "Wir wissen nicht, ob es auch 2022 noch Einschränkungen durch das Virus gibt; aber wir haben zumindest die Chance auf ein unbeschwertes Fest". In diesem Jahr hingegen hätte man nicht die Gartenschau realisieren können, die man sich wünscht.

Nur neun Tage vor dem geplanten Start der Landesgartenschau in Überlingen wurde die Veranstaltung abgesagt. Das Landratsamt des Bodenseekreises zog die Notbremse, nachdem die Sieben-Tage-Inzidenz drei Tage in Folge über 100 lag. Nun gelten dort verschärfte Schutzmaßnahmen laut Corona-Verordnung. Die Landesgartenschau kann danach erst eröffnen, wenn der Inzidenzwert fünf Tage lang wieder unter 100 liegt. Die LGS-Geschäftsführung bedauerte die Entscheidung, sah jedoch keine Alternative.

Strenges Sicherheitskonzept in Ingolstadt

Bereits eine Verschiebung hinter sich hat Ingolstadt in Bayern. Die Donaustadt wird ihr Gartenschaugelände am 21. April für die Allgemeinheit öffnen, dabei jedoch auf die Einhaltung eines strengen Sicherheits- und Hygienekonzepts achten. Um zu gewährleisten, dass sich nicht zu viele Personen gleichzeitig auf dem Gartenschaugelände befinden, ist eine Voranmeldung erforderlich. Zur Rückverfolgung werden dabei die Kontaktdaten aller Besucher erfasst und im Bedarfsfall an das Gesundheitsamt weitergegeben. Auch das Rahmenprogramm findet unter Auflagen statt: Wegen der Abstandsregeln darf sich vor der Bühne nur noch eine begrenzte Anzahl an Besuchern aufhalten. Mit einem zusätzlichen Buchungssystem wird sichergestellt, dass der abgesperrte Bereich nicht überfüllt ist und Kontakte jederzeit rückverfolgbar sind.

Konsequenterweise wird auch die Eröffnungsveranstaltung kein "business as usual" sein: Anstatt eines pompösen Festakts wird Ingolstadt am 21. April eine kleine virtuelle Eröffnungsfeier ausrichten, die Interessierte ab 10 Uhr auf ingolstadt2020.de oder den Social-Media-Kanälen der Gartenschau verfolgen können. Potenziellen Unkenrufen kommt Thomas Hehl, Geschäftsführer der Landesgartenschau Ingolstadt 2020 GmbH zuvor, indem er das Verantwortungsbewusstsein der Veranstalter betont: "Wir möchten von Beginn an die richtigen Signale senden und zeigen, dass eine Landesgartenschau auch unter besonderen Umständen durchführbar ist".

Lindau lockt mit Gartenstrand

Noch knapp ein Monat wird ins Land ziehen, ehe Bayerns reguläre 2021er Gartenschau in Lindau am 20. Mai beginnen wird. Die Stadt am Bodensee will nicht nur mit ihrem neu gebauten Gartenstrand Besucher begeistern, sondern zugleich nachhaltige Stadtentwicklungspolitik realisieren: So entsteht anlässlich der Gartenschau auf einem Parkplatz ein lebendiges Viertel mit bezahlbaren Wohnungen sowie ein Bürgerpark für die kommenden Generationen. Neu angelegte Uferstufen eröffnen zudem erstmals für jedermann einen malerischen Zugang zum See. Für 30 Jahre ist dieser Raum rechtlich gesichert und jeder Spekulation entzogen. So soll Lindau, das vor allem für seine Altstadtinsel mit Leuchtturm und Löwenstatue bekannt ist, mehr denn je eine einladende Begegnungsstätte für alle werden - ein Anspruch, der jedoch frühestens nach dem Ende der Pandemie vollständig erfüllt werden kann. hb

In Lindau entsteht anlässlich der Gartenschau ein neues Wohnquartier sowie ein Bürgerpark für die kommenden Generationen. Visualisierung: Gartenschau Lindau 2021

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 04/2021 .

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