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Immer mehr Kommunen gegen Schottergärten

Im Rathaus von Steinhagen war man sich einig, dass Schottergärten in einer Klimaschutzsiedlung nichts zu suchen haben. Foto: Hagar66, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Das Verbot von Schottergärten macht Schule. In Nordrhein-Westfalen wollen die Städte Steinhagen und Halle in Westfalen dem Vorbild vom Niederrhein folgen. In Baden-Württemberg hat sich Heilbronn die Spitze der Anti-Schottergärten-Städte gesetzt. In Waiblingen in der Region Stuttgart beginnt die Diskussion gerade erst.

Einstimmig hat der Bauausschuss der Stadt Steinhagen im Oktober für ein Verbot von Schottergärten in einer Klimaschutzsiedlung votiert. Den zugrunde liegenden Antrag hatte der Bio-Baumschul-Besitzer Ralf Upmann geschrieben. Der Gärtnermeister berief sich auf eine ähnliche Regelungen in Xanten. "Begrünte Flächen sind in der Lage, Feinstaub zu binden und Wasser zu speichern", erläuterte er dem "Haller Kreisblatt", "Das können Steine und Beton nicht." Zudem schadeten sie Pflanzen, Insekten und Vögeln.

In Halle in Westfalen soll das Sandkampgelände überplant werden. Anstelle alter Hochhäuser entsteht dort eine neue Wohnsiedlung. Mehrheitlich stimmte Halles Bauausschuss dafür, in den aktualisierten Bebauungsplan ein Verbot von Schottergärten als eine "lebensfeindliche Umgebung" aufzunehmen. Die Initiative ging von der BUND-Kreisgruppe aus. "Es ist eine grauenvolle Entwicklung, dass wir unsere Gärten mit Steinen zuschmeißen", fasste Helga Lange von den Grünen die Mehrheitsmeinung zusammen. Das nahe Gütersloh hat die umstrittenen Schottergärten bereits ins Visier genommen. Bislang gibt es zwar noch kein Verbot im Bebauungsplan, doch die Umweltdezernentin bezog eine klare Stellung.

In Baden-Württemberg hatte die Stadt Heilbronn bereits 2015 in den Bebauungsplänen ihrer Neubaugebiete festgeschrieben: "Lose Stein-/Materialschüttungen sind nicht zulässig." Pressesprecher Christian Britzke sagte den "Stuttgarter Nachrichten", man rechne fest damit, dass mit der Bauvorschrift "einige Schottergärten erst gar nicht entstehen werde". Die Stadt beabsichtige deshalb in weiteren Bebauungsplänen solche Gebote aufzunehmen. Das Waiblinger Stadtplanungsamt sieht die Diskussion dagegen "noch ganz am Anfang". Die Fachleute in der Verwaltung halten eine solche Regelung jedoch für durchaus sinnvoll. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2018 .

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