Studie zu Wachstumshemmnissen in Deutschland

Fachkräftemangel kostet Mittelstand jährlich 65 Milliarden Euro

Fachkräftemangel Unternehmensführung
Der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften wird für knapp 60 Prozent der deutschen Familienunternehmen und Mittelständler zum größten Wachstumsrisiko. Foto: Moritz Lösch/Neue Landschaft

Der Wettbewerb um die besten Leute dürfte so manchem Entscheider in Deutschland große Sorgen bereiten: Der Fachkräftemangel bremst das Wirtschaftswachstum und kostet allein den Mittelstand pro Jahr rund 65 Mrd. Euro. Das entspricht rund 2Prozent des jährlichen Bruttoinlandsprodukts. Damit entwickelt sich für knapp 60 Prozent der deutschen Familienunternehmen und Mittelständler der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften zum größten Wachstumsrisiko.

70 Prozent der Betriebe finden schwer Mitarbeiter

Zum Vergleich: Im EU-Durchschnitt liegt dieser Wert nur bei 43 Prozent. Entsprechend bewerten knapp 70 Prozent der deutschen Unternehmen die Suche nach neuen Mitarbeitern als "schwer" oder "eher schwer". Zu diesem Ergebnis kommt die "European Private Business Survey", einer Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC, für die rund 2450 Verantwortliche aus Familienunternehmen und mittelständischen Gesellschaften in 31 europäischen Ländern (EU plus Norwegen, Schweiz und Türkei) befragt wurden. Aus Deutschland haben 371 Unternehmen an der Befragung teilgenommen.

Der Fachkräftemangel trifft die deutschen Familienunternehmen und Mittelständler auch deshalb hart, weil die Rekrutierung qualifizierter Fachkräfte für 37 Prozent der befragten Unternehmen eine zentrale Wachstumsstrategie ist, rund 70 Prozent der Befragten sich bei der Suche nach ihnen aber schwertun. Eine Ursache sehen die Unternehmen im deutschen Bildungswesen: Es bringt offenbar nicht die Arbeitskräfte hervor, die sich Arbeitgeber wünschen. So sind 35 Prozent unzufrieden mit dem deutschen Bildungssystem - weit mehr als Befragte aus der Schweiz (1 %), Dänemark (17 %) oder Österreich (21 %).

Bürokratie als Wachstumshemmer

Auf dem zweiten Platz der größten Wachstumsrisiken für die Unternehmensentwicklung landen die bürokratischen Belastungen - und zwar sowohl innerhalb Deutschlands, als auch auf EU-Ebene. 46 und 45 Prozent erleben diese als erdrückend.

Bemerkenswert ist, dass die deutschen Werte erheblich vom EU-Durchschnitt abweichen. Hier gibt es einen deutlichen Unterschied zwischen der Kritik an inländischer Regulierung (rund 39 %) und den EU-Vorschriften mit knapp 29 Prozent. Offensichtlich teilen viele Unternehmer die verbreitete Kritik an der überbordenden EU-Bürokratie aus Brüssel nicht. Selbst im Brexit-Land Großbritannien und in Italien wird die nationale Regulierung mit 35 und 49 Prozent für ein deutlich höheres Risiko gehalten als die europäische (25 bzw. 20 %). Ganz besonders leiden unter ihrer nationalen Bürokratie übrigens Rumänien und Griechenland, wo 80 und 71 Prozent der Befragten die inländische Regulierung für eine Wachstumsbremse halten.

Auch schwacher Breitbandausbau bremst

Risikopotenzial birgt zudem die hohe Unzufriedenheit mit dem stockenden Breitbandausbau in Deutschland, den 44 Prozent bemängeln und der auf Platz 1 der Kritikpunkte im Hinblick auf die Infrastruktur landet. Trotzdem landet die Digitalisierung als zentrale Wachstumsstrategie mit 38 Prozent Zustimmung nur auf dem dritten Platz, nach der Erweiterung des Produkt- und Leistungsportfolios (43 %) und dem inländischen Umsatzwachstum (41 %). Zum Vergleich: Bei den EU 31 liegt die Unzufriedenheit mit der digitalen Infrastruktur nur bei knapp 26 Prozent.

hb/PwC

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