Jahresgespräch mit dem BGL-Präsidenten

Von Wurmb: Stärker auf die Bürgermeister zugehen

Eine Vielzahl neuer Projekte liegen auf dem Tisch des BGL-Präsidenten Lutze von Wurmb. Besonders wichtig sei es, sich um die Kommunen zu kümmern. Foto: Neue Landschaft

Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) hat sich für 2020 einiges vorgenommen. BGL-Präsident Lutze von Wurmb gab im Gespräch mit der Neuen Landschaft einen Überblick. Er berichtete über eine neue Phase der Kampagne "Grün in die Stadt", ein einheitliches visuelles Dach für die Verbandskommunikation, über die Chancen der Städtebauförderung und die Probleme bei der Gewinnung von Berufsnachwuchs.

Die BGL-Kampagne "Grün in die Stadt" wird weiterentwickelt. "Wir werden unseren Fördercheck unter gruen-in-die Stadt.de überarbeiten und auf den neuen Zuschnitt der Städtebauförderung ausrichten", kündigte von Wurmb an. "Zudem möchten wir auf der Webseite die messbaren Vorteile von Stadtgrün stärker hervorheben und die gezielte Ansprache der Bürgermeister durch eine Fortführung der Kooperation mit dem Deutschen Städte- und Gemeindebund weiter intensivieren."

Mehr Daten und Fakten zu Grün in die Stadt

Im Rahmen der Kampagne wird auf Facebook und Twitter die Kommunikation verstärkt. "Ziel ist es, kontinuierlich Daten und Fakten zu Grün in die Stadt zu liefern", sagte der BGL-Präsident, "auch in Form von Grafiken, Animationen und Bewegtbild, um auch auf diesem Weg mit den Entscheidern in den Kommunen in den Dialog zu treten." In den kommunalen Fachmedien werde es Anzeigen zu Grün in der Stadt geben. "Als Highlight planen wir ein aufmerksamkeitsstarkes Event - voraussichtlich in Berlin - mit dem wir das Thema Stadtgrün zum Gesprächsthema in Berlin aber auch in Deutschland machen möchten", so von Wurmb.

Die kommunikative Schlagkraft des Signums soll durch eine übergreifende Sprache, Botschaftenstruktur und Aufmachung zusätzlich erhöht wer Grafik: BGL

Kampagnen unter einer Dachmarke bündeln

Alle seine Kampagnen will der BGL künftig durch eine übergreifende Sprache, Botschaftenstruktur und Aufmachung unter einer Art Dachmarke bündeln. So soll ein ganzheitliches Erscheinungsbild sichergestellt und die verbandlich organisierten Landschaftsgärtner als Absender klar erkennbar gemacht werden, erläuterte von Wurmb. Das werde auch die "kommunikative Schlagkraft des Signums mit den Attributen Kompetenz und Qualität zusätzlich erhöhen". Der BGL-Präsident versicherte, dass die eigenständigen Ausrichtungen der landschaftsgärtnerischen Initiativen und Kampagnen davon unberührt bleiben werden.

Vielversprechende Ansätze sieht von Wurmb in der kurz vor Weihnachten neu strukturierten Städtebauförderung. Zwar entfalle ab 2020 das Förderprogramm "Zukunft Stadtgrün", doch sei es sehr erfreulich, dass Stadtgrün nun zur Fördervoraussetzung für jedes Projekt werde. "Damit wird aus einer bloßen Option eine Pflicht zur Umsetzung." Angesichts des Klimawandels gebe der Bund damit die richtige Richtung vor. Maßnahmen zur grünen Infrastruktur wie die Aufwertung des öffentlichen Raums, die Erhaltung und Umgestaltung von Platz- und Grünräumen, die Verbesserung von Angeboten für Gesundheit und Sport, die Umweltgerechtigkeit, die Reduzierung des Wärmeinseleffekts oder die Begrünung von Grundstücken nach Abrissen sein förderfähig.

Die Städtebauförderung jetzt tatsächlich leben

Nun müssten die Städtebauförderung jedoch tatsächlich gelebt werden. Bei allen von den Kommunen beantragten Projekten müsse möglichst viel gestaltetes Grün umgesetzt und nicht nur als "grünes Kleeblatt" berücksichtigt werden, sagte der BGL-Präsident. Andernfalls müsse nachjustiert werden. Im Sinne einer klimagerechten Stadt dürfe es keinen Rückfall hinter das Niveau des Förderprogramms "Zukunft Stadtgrün" geben. Von Wurmb: "Wir müssen im Gegenteil noch deutlich mehr lebendiges Grün in die Städte bringen." Daher hoffe der BGL, dass das Volumen der Städtebauförderung von gegenwärtig 790 Millionen Euro weiter erhöht werde. Daran arbeite der Verband bereits jetzt und werde seinen Einsatz weiter forcieren.

"Der Kampf um Fachkräfte hat nahezu alle Branchen und Berufsfelder erreicht", sagte von Wurmb. Umso wichtiger sei es, bereits beim Einstieg in das Berufslebens junge Menschen für den Beruf des Landschaftsgärtners zu begeistern und Ausbildungsinhalte adäquat und zeitgemäß zu vermitteln. Dabei könne eine modernisierte Ausbildungsverordnung helfen. Zusammen mit allen gärtnerischen Berufsgruppen arbeite der BGL an einem gemeinsamen Vorgehen zur Novellierung. Nur so könne der Kern des Berufsstands, der duale Ausbildungsberuf, zukunftsfest gemacht werden.

Lutze von Wurmb appelliert an die Kommunen, bei Städtebauförderprojekten möglichst viel gestaltetes Grün umzusetzen, so wie bei der Restauration des Parks Monplaisir in Schwedt/Oder mit seinem Gärtnerhaus. Foto: Florian Koppe, Wikimedia Commons, CC BY-SA 3.0

Deutlich mehr Mitarbeiter weiterentwickeln

Doch die Landschaftsgärtner müssten weiterdenken, fordert der BGL-Präsident. Zwar gebe es die staatliche Aufstiegsfortbildung zum Meister und Techniker, hinter der der Berufsverband voll stehe. Trotz aller Bemühungen gelinge es aber seit Jahren nicht, damit den betrieblichen Bedarf zu decken. Von Wurmb: "Wir müssen deutlich mehr Mitarbeiter weiterentwickeln als über die staatliche Fortbildungslinie möglich ist und wir müssen neu und kreativ denken." Vielleicht werde es durch zunehmende Spezialisierungsmöglichkeiten im Beruf zukünftig einen Pflanzenmanager als Ausbildungs- oder Weiterbildungsoption geben: "Ich weiß es nicht, möchte aber auch nichts ausschließen." Gefragt sei eine Weiterbildung, die sich an den Bedürfnissen der Betriebe ausrichte, so wie es beim Projekt GaLa-Q bereits gelungen sei. "Für uns ist Gala-Q ein langfristiges Projekt und ein wichtiger Baustein in unserer Strategie zur Fachkräftesicherung im Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau", sagte der BGL-Präsident. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 01/2020 .

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