Unternehmensführung

Berufskrankheiten steigen 2021 auf über 12 000 Fälle

Berufskrankheiten. Grafik: DGUV

Berufsgenossenschaften und Unfallkassen haben im vergangenen Jahr in 123 228 Fällen eine Berufskrankheit anerkannt. Das geht aus den vorläufigen Zahlen der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) hervor. Die Zahl der anerkannten Fälle lag damit mehr als dreimal so hoch wie im Vorjahr. Wie schon 2020 gingen die meisten beruflich bedingten Erkrankungen auf eine Corona-Infektion bei der Arbeit zurück. Die Zahl der Arbeitsunfälle nahm gegenüber dem Vorjahr zwar zu, lag aber unter dem Niveau des Vorpandemiejahres 2019.

Insgesamt 226 611 Verdachtsanzeigen auf eine Berufskrankheit gingen im vergangenen Jahr bei den Berufsgenossenschaften und Unfallkassen ein. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2020. Davon betrafen gut 150 000 Verdachtsanzeigen COVID-19. Bei der Anerkennung von Berufskrankheiten war der Anstieg noch höher: Hier verdreifachte sich der Wert gegenüber 2020 auf 123 228. Bei etwa 100 000 der Fälle handelte es sich um eine Erkrankung an COVID-19.

Die überwiegende Mehrheit von Erkrankungen an COVID-19 verlief, ohne dass es zu bleibenden Beeinträchtigungen kommt. Die Zahl der neuen Renten infolge einer Berufskrankheit stieg daher nicht in gleichem Umfang. Mit 5.290 neuen Renten lag sie um 4,6 Prozent höher als im Vorjahr. Die Zahl der Todesfälle infolge einer Berufskrankheit lag mit 2172 um 208 Fälle unter dem Wert von 2020. Die Zahl der meldepflichtigen Arbeitsunfälle stieg 2021 um 5,8 Prozent auf 804 774 Unfälle zu. Die Zahl der meldepflichtigen Wegeunfälle stieg sogar um 11,4 Prozent auf 170 193.

Besonders hoch ist die Zunahme der tödlichen Arbeitsunfälle um 113 auf insgesamt 512 Fälle. Ein großer Teil des Anstiegs geht auf stationär behandelte Rehabilitanden zurück, die an den Folgen einer COVID-19-Erkrankung verstarben - eine Erkrankung an COVID-19 kann unter bestimmten Umständen auch als Arbeitsunfall anerkannt werden. Auf dem Arbeitsweg ereigneten sich 231 tödliche Unfälle, das sind sieben weniger als im Vorjahr.

cm/DGUV

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 05/2022 .

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