Kindheit im Grünen sorgt für psychische Gesundheit

Dänische Forscher haben festgestellt, dass das Risiko, eine psychische Erkrankung zu erleiden, für jene, die mit wenig Grün aufwuchsen, um bis zu 55 Prozent höher war, als für jene, die als Kinder inmitten von viel Grün lebten. Foto: Robert Kneschke, Fotolia.com

Wer als Kind von Grünflächen umgeben ist, hat ein geringeres Risiko, später als Erwachsener psychisch zu erkranken. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der Universität Aarhus. Mit Hilfe von Geoinformationssystemen und Big Data haben sich Wissenschaftler um die Biologin Dr. Kristine Engemann angesehen, wie die Umgebung der Elternhäuser von fast einer Million Dänen im Zeitraum von 1985 bis 2013 ausgesehen hat, und verglichen, wie hoch das Risiko ist, im Erwachsenenalter eine von 16 psychischen Krankheiten zu entwickeln.

Die Studie verwendete hochauflösende Satellitenfotos, um den Vegetationsindex für eine 210 x 210 m² große Fläche rund um den Wohnsitz von Kindern zwischen der Geburt und ihrem zehnten Lebensjahr zu berechnen. Hinzu kam umfangreiche Daten aus dänischen Einwohnermelde- und Patientenregistern. Dabei stellten sie fest, dass das Risiko, später eine psychische Erkrankung zu erleiden, für jene, die mit wenig Grün aufwuchsen, um bis zu 55 Prozent höher war, als für jene, die als Kinder inmitten von viel Grün lebten.

Dieser Zusammenhang blieb auch unter rechnerischer Berücksichtigung von Faktoren wie dem sozioökonomischen Status, der Urbanisierung und psychischen Störungen in der Familiengeschichte erhalten. Beim Vergleich einer gehäuften Menge Grüns während der gesamten Kindheit und jeweils nur einem Jahr auf hohem Grünniveau, stellten die Wissenschaftler fest, dass ein durchgehendes Leben im Grünen für ein gutes Ergebnis wichtig ist.

Die dänischen Forscher empfehlen den politisch Verantwortlichen deshalb, natürliche Umgebungen besser in die Stadtplanung und das Leben von Kindern einzubeziehen. „Die Koppelung psychischer Gesundheit an den Zugang zu Grünflächen im lokalen Bereich, sollte von der Stadtplanung stärker berücksichtigt werden“, sagte Co-Autor Prof. Dr. Jens-Christian Svenning, Direktor des Center for Biodiversity Dynamics in a Changing World an der Uni Aarhus. cm

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2019 .

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