Neue Fußgängerzonen statt Autoverkehr

Paris investiert 72 Millionen Euro in seine Grünräume

Rund 10 000 Bäume und neue Grünflächen in den Fußgängerzonen sollen das Stadtbild bis 2024 aufwerten. Foto: Rainer Sturm, pixelio.de

Die Bürgermeisterin von Paris, Anne Hidalgo, plant eine ökologisch nachhaltige Umgestaltung der französischen Hauptstadt bis 2024. Der Lärm soll reduziert werden und attraktive Grünflächen die Lebensqualität der Bürger steigern.

Rund um den Eiffelturm entsteht ein 54 ha großer Park. Das Grün wird so geplant, dass der Verkehrslärm in der Stadt gemindert wird. Hidalgo lässt den städtischen Autoverkehr einschränken, um begrünte Fußgängerzonen zu schaffen. Die Pont d'Iéna soll als zentrale Zugangsbrücke des Eiffelturms vollständig bepflanzt werden. Gemeinsam mit den beiden anliegenden historischen Parks von Trocadéro und Marsfeld entsteht eine Fußgängerachse mit üppiger Vegetation. Die vierspurige Uferstraße am Pariser Wahrzeichen wird auf zwei Fahrstreifen begrenzt und das Tempolimit auf 20 km/h herabgesetzt.

Die Ringautobahn "Périphérique" soll zusätzlich zu einem gewöhnlichen Boulevard umgebaut werden, indem sich die drei Verkehrsstreifen künftig auf zwei reduzieren. Eine Spur bleibt den Bussen und Fahrgemeinschaften vorbehalten, während der andere Fahrstreifen den einzelnen Autofahrern zugewiesen wird. Der dritte Streifen stellt eine Kombination aus Radfahr- und Grünstreifen dar. Etwa 10 000 neue Bäume könnten dabei das Stadtbild aufwerten.

Der naturnahe Stadtkern soll die Menschen in die Parks locken. Sieben große Stadtplätze sollen für die Bevölkerung zugänglich werden. Auf dem Place de la Nation wurde der Autoverkehr durch ausgedehnte Blumenwiesen ersetzt. Nach diesem Prinzip könnten nun auch andere Räume für Fußgänger geöffnet werden. 72 Mio. Euro sollen die neuen Grünstreifen kosten, die dafür nötigen Mittel stellt laut "Le Parisien" die Betreibergesellschaft des Eiffelturms bereit. Die Zielvorgabe Hidalgos ist es, bis zu den Olympischen Spielen 2024 die Vorhaben umzusetzen. Für die Ausführungsarbeiten wurde die renommierte US-amerikanische Landschaftsarchitektin Kathryn Gustafson gewonnen, die die Vorhaben Hidalgos planerisch realisieren soll.

Anne Hidalgo will den Autoverkehr einschränken, um mehr Platz für Grünflächen zu schaffen. Foto: Rémi Jouan,

Um der Überhitzung der Stadt entgegenzuwirken, sollen am Vorplatz des Rathauses und hinter der alten Oper Stadtwälder entstehen. "Permis de végétaliser" (dt. Erlaubnis zum Begrünen) nennt sich ein weiteres ambitioniertes Projekt Hidalgos. In diesem Vorhaben können die Einwohner alle drei Jahre eine Zulassung beantragen, die es ihnen erlaubt, ihren eigenen Gartenversuch zu starten. In welcher Form die Umsetzung erfolgt, ist den Bürgern selbst überlassen. Bedingung sind nachhaltige Pflanzungen, die gleichzeitig einen ästhetischen Wert mit sich bringen müssen.

Als Schwerpunkt schreibt die Stadtverwaltung einheimische und möglichst bienenfreundliche Pflanzen vor, die die Biodiversität erhöhen sollen. 2016 starteten einige öffentliche Organisationen, Pariser Betriebe und die Stadtverwaltung das Projekt "Objective 100 hectares", das die Begrünung von Dächern und Fassaden ermöglichte. Das Potenzial einer landwirtschaftsproduktiven Stadt wird damit ausgeschöpft und erzielt beachtliche Erfolge. Seit diesem Sommer bewirtschaftet nun auch eine Schafherde die urbanen Grünflächen.

Die Gesamtheit aller Maßnahmen und Projekte leistet einen Beitrag zum nachhaltigen Konzept der französischen Hauptstadt. Hidalgo will Paris bis 2050 CO²-neutralisieren. Auch aus diesem Grund ließ sie bereits für sechs kleinere Parkanlagen ein Rauchverbot erteilen. Künftig sollen nun 10 Prozent der Pariser Grünflächen als rauchfreie Zone gekennzeichnet werden. Danilo Ballhorn

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 11/2019 .

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