Ausgegraben

Trüffel auf Gründach entdeckt

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Da sage noch einer, Gründächer seien zu teuer und dienten nur dazu, das schlechte Umweltgewissen zu beruhigen: Auf dem Gründach eines Hotels nahe dem Pariser Eiffelturm sind Forscher erstmals auf einen essbaren wilden Trüffel der Sorte Tuber brumale gestoßen. Normalerweise wächst er in Frankreich nur im Périgord.

Es sei das erste Mal, dass ein solcher Pilz in wildem Zustand in der Pariser Innenstadt gefunden worden sei, teilte das Pariser Naturkundemuseum mit. Der Fund sei ein Beweis, dass begrünte Dächer wahre "Ökosysteme mit großem Potenzial für die städtische Biodiversität sein können". Prof. Dr. Mac-André Selosse vom Institut für Systematik, Evolution und Biodiversität schloss nicht aus, dass Trüffel künftig sogar auf Pariser Dächern gezüchtet werden können. Das ist doch nun wirklich eine gute Idee. Wäre das Pariser Hotel einmal nicht ausgelastet, könnte es sich doch auf eine Trüffel-Produktion auf dem Dach verlegen. Hätte eine Kita nur wenig Geld für Kindermahlzeiten, könnte sie zumindest ihr Gemüse in luftiger Höhe selbst ziehen. Und wenn ein Ordnungsamt mit Knöllchen nicht genug Geld einnähme, könnte es den Bürgermeister fragen, ob das Rathausdach vielleicht noch ein paar Felder medizinisches Cannabis trägt. Natürlich nur eingezäunt und von Mitarbeitern streng bewacht.

Christian Münter

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe NEUE LANDSCHAFT 03/2019 .

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